Informationen

 

Historie

 

Der Faschingsclub Rot-Weiß Sömmerda e.V. (FCR) kann mittlerweile auf eine über 60jährige Tradition zurückblicken. Und das ist durchaus beachtlich, wenn man bedenkt, dass Sömmerda nie eine Hochburg des Karnevals war. Anfangs nannte sich unser Verein “Sömmerdaer Carnevalsclub (SCC)”, dann “Faschingsclub Robotron (FCR)” und seit 17.09.1991 ist er unter Nr. 162 im Vereinsregister des Amtsgerichts Sömmerda als “Faschingsclub Rot-Weiß Sömmerda e.V.” eingetragen.

Die Idee, Faschingsveranstaltungen durchzuführen und auch gestaltete Gesangsdarbietungen vorzutragen, wurde 1949 unter den Mitgliedern der Sektionen Tischtennis und Handball der damaligen Betriebssportgemeinschaft des Büromaschinenwerkes geboren. Von Anfang an gab es dort Sportfreunde, die mit fröhlichen Liedern die Anwesenden erfreuten und verschiedene lustige Vorträge darboten.

Das Besondere an einem Faschingsprogramm sind natürlich die Büttenreden. So kamen schon Mitte der 50iger Jahre die ersten Vorträge aus der Bütt. Dabei stand Paul Teich, ein guter Tischtennisspieler, an erster Stelle. Er war es auch, der von Beginn an (bis zu seinem Tod) die Geschicke des närrischen Treibens in die Hand nahm.

War es anfangs nur der einfache und unkritische Humor, der aus der Bütt kam, wurden die Vorträge der immer zahlreicheren Aktiven bald anspruchsvoller und zeitkritischer und meist in Gestalt einer bestimmten Figur vorgetragen, zum Beispiel Rekrut, Landarzt, Bürotrottel, Klempner, Weltreisender, Till usw. Diese Verbindung von Wort und Figur konnte der jeweilige Büttenredner gut ausnutzen, um seine Kritik an den Missständen der damaligen Zeit geschickt unterzubringen. Es war eine Gratwanderung, man musste stets das richtige Mittelmaß finden. Nicht zuletzt wegen dieser etwas freieren Sprache wurden die Reden vom Narrenvolk mit Spannung verfolgt und die Redner “belauscht”. Es konnte ja wohl auch nicht angehen, dieses von jeglichem gesellschaftlichen Organ losgelöste Karnevalstreiben unkontrolliert gewähren zu lassen. So war es nur noch eine Frage der Zeit, bis “endlich” geeignete Kontrollorgane geschaffen wurden, nämlich die KAK, die BAK und die ZAK (Kreis-, Bezirks- und Zentralarbeitsgruppe Karneval).

Der FCR hat sich jedoch trotz mancher Querelen ganz geschickt durchgekämpft. Schließlich gab es ja noch genügend Raum für lustige Sketche, Dialoge, Gesänge und Tänze, so dass vor allem herzliches Lachen und ausgelassene Stimmung an der Tagesordnung waren. Man denke nur an die “Sömmerschen Hofsänger”, das Komiker-Duo “Schlump und Latsch”, das klangvolle Gesangsquartett, an “Herrn Müller und Frau Meier” und das “schwere” Männerballett.

Man musste sich schließlich auch durch verschiedene Lokale kämpfen. Groß war die Auswahl damals nicht. Es begann 1949 in der Gaststätte “Gartenberg”. Es folgte 1951 der Umzug in den Saal der Gaststätte “Bürgergarten”, der Trainingsstätte der Sektion Tischtennis war. Nur 2 Jahre später (1953) wurde dieser Saal anderweitig genutzt und bald danach abgerissen. Wohin jetzt? Zum Glück wurde das Kino “Erfurter Tor” dicht gemacht und der frei werdende Saal jetzt als Tischtennis-Trainingsstätte genutzt. Das war nun für viele Jahre auch der geeignete Raum für den Sportlerfasching.
Durch die immer stärkere Nachfrage nach Faschingskarten musste letztlich ein größerer Saal her: das Volkshaus bot sich 1973 dafür an. Durch den Saalbrand im Volkshaus 1978 war allerdings wieder ein Umzug unvermeidlich. In der Folgezeit waren die Wohngebietsgaststätte “Stadt Sömmerda”, das Volkshaus, das Soemtronhaus, erneut das “Stadt Sömmerda” und seit 1997 wieder das Volkshaus die weiteren Stationen. Wenn es auch im Nachhinein seltsam anmutet, dass einige Lokalitäten nach der Nutzung durch den FCR verschwanden (Bürgergarten: abgerissen; Erfurter Tor: abgerissen; Volkshaus: 1978 Saalbrand; Soemtron-Haus: nach der FCR-Veranstaltung gesprengt), so kommen Fachleute doch zu dem messerscharfen Schluss: Nicht die Nutzung durch den FCR ist die Ursache für das Verschwinden dieser Gebäude!!!

Die Programme und Darbietungen wurden mit der Zeit umfangreicher und vielseitiger – ob im Wort oder Tanz, Musik oder Gesang, mit interessanten Kulissen und immer besserer Ton- und Lichttechnik. So ist ein ausverkauftes Volkshaus beim FCR keine Seltenheit. Denn immer mehr Menschen finden wieder Freude daran, Faschingsveranstaltungen zu besuchen und vor allem sich dabei ein gutes Faschingsprogramm anzusehen.

Damit das so bleibt und der FCR auch in Zukunft mit seinem Publikum eine Familie ist, engagieren sich etwa 50 fleißige, ideenreiche und manchmal auch “verrückte” Närrinen und Narren während und außerhalb der fünften Jahreszeit.Junge Menschen mit Humor im Herzen und dem Willen, hier auch erfolgreich mittun zu können, sollten den Weg zum FCR nicht scheuen. Es ist schließlich auch das vielseitige Vereinsleben im gesamten Jahr, dass den Mitgliedern Spaß und Freude bereitet.

Verbleibt noch anzumerken, dass der FCR Mitglied der FEN (Föderation Europäischer Narren) und Mitglied im Bund Deutscher Karneval (BDK) und damit auch im Landesverband Thüringer Karnevalsvereine (LTK) ist.